Publisher: Sony Computer Entwickler: Quantic Dream Genre: Adventure Release: 3. Quartal 2009
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Revolution im zweiten Anlauf?
25.08.2008 |
| Autor: André
Vor zwei Jahren konnte man auf der E3 eine Technik-Demo sehen, in der eine junge Frau einen Monolog hielt, scheinbar an den Betrachter vor dem Monitor gerichtet. Die Gute wurde zunehmend psychotischer, draußen prasselte der Regen, und die Mimik der Figur und ihre lebendigen Augen waren außergewöhnlich. Diese kurze Demo war der Auftakt zu „Heavy Rain“, dem neuen Spiel von Quantic Dreams’ Maestro David Cage. Während der auf der E3 nur auserwählten Print-Menschen sein neues Spiel zeigen mochte, durften auf der Games Convention auch Pseudo-Journalisten wie wir ran.
Wie zu erwarten war, ist „Heavy Rain“ die konsequente Weiterführung dessen, was Cage mit „Fahrenheit“ begonnen hat – nämlich die Verschmelzung von Spiel und Film in bislang ungekannter Perfektion. Während „Fahrenheit“ am Ende aber an einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Handlung und zahlreichen Kinderkrankheiten einging, scheint „Heavy Rain“ aus einem anderen Holz geschnitzt zu werden.
Die Entwickler versprechen ein ernsthaftes Spiel für Erwachsene ohne übernatürlichen Schnickschnack, mit echter Interaktivität, die sich nicht in der Zerstörung der Umgebung erschöpft, und zig unterschiedliche Herangehensweisen an die Lösung der Aufgaben im Spiel.
Das Fenster zum Haus
In der Demonstration des Spiels beginnt alles vor einem kleinen Vorstadthäuschen. Es regnet in Strömen – keine große Überraschung. Unsere Spielfigur ist eine Reporterin auf der Suche nach der nächsten großen Story. In der letzten Zeit sind in der Gegend acht junge Frauen verschwunden, und einige Spuren scheinen auf den Besitzer dieses Häuschens zu deuten, einen Tierpräparator.
Doch egal wie oft sie klingelt, die Tür bleibt verschlossen. Hier spielt sich „Heavy Rain“ zunächst wie ein 3D-Adventure Marke „Fahrenheit“. Man läuft durch den Vorgarten und um das Haus herum, spioniert im Briefkasten, was denn für Post angekommen ist, und klettert schließlich durch ein nicht verriegeltes Fenster nach innen. Die einzige Besonderheit bis zu diesem Punkt ist die Steuerung. Denn statt einfach die Laufrichtung vorzugeben, bestimmt der rechte Analog-Stick in „Heavy Rain“ nur die Bewegung nach links und rechts.
Ob ihr vorwärts oder rückwärts lauft, wird hingegen über die Schultertasten gesteuert. Klingt nach einer unnötigen Änderung. Aber Produzent David Cage verspricht, das habe schon seinen Grund. Denn um seinem Spiel einen möglichst filmischen Anstrich zu geben, will Cage zwischen verschiedenen Perspektiven hin und her schalten können. Das Kontrollschema soll dafür sorgen, dass der Spieler nicht bei jedem Wechsel des Blickwinkels erst mal orientierungslos den Stick in die falsche Richtung drückt.
In der Präsentation klappte das natürlich super. Ob auch der unbedarfte Grobmotoriker später damit klarkommen wird, muss man abwarten. Die erwähnten Schnitte und andere Kameratricks wurden jedenfalls in der Demo-Fassung recht wohldosiert eingesetzt. Ihr müsst also nicht fürchten, in einem unspielbaren Videoclip Marke Michael Bay zu landen. Vielmehr fühlt sich „Heavy Rain“ bei der Erkundung des Hauses des Mordverdächtigen zunächst an wie ein „Resident Evil“ mit besserer Kameraführung. In aller Ruhe konnte sich unsere Heldin in der Bude umsehen, mal hier eine Schublade durchsuchen und mal dort auf ein paar Magazinstapel schauen. Die düstere Bude des mutmaßlichen Killers – voll von ausgestopften Tieren und scheinbar komplett mit von Oma geerbten Tischen, Stühlen und Sitzecken möbliert – verursachte dabei ein zunehmendes Unbehagen. Wie schon in „Fahrenheit“ müsst ihr auch in „Heavy Rain“ einige Aktionen mittels halbwegs ähnlicher Gesten nachspielen. Logisch, dass sich die Entwickler dabei die zusätzlichen Möglichkeiten des Bewegungssensors im SixAxis-Controller zunutze machen. Das klemmende Fenster müsst ihr mit heftigen Aufwärtsbewegungen zwingen, euch den Weg frei zu geben.







