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JAMES BOND 007: EIN QUANTUM TROST
rst haben sie alle gemotzt: „Das ist nicht Bond!“, „Dieser Lolliboy trug ja sogar auf einer Bootsfahrt ne Schwimmweste“, „Steigt aus dem Wasser wie Ursula Andress – das beweist doch, er ist ne Tussi!“. Und am Ende waren sie dann doch begeistert. Mit „Casino Royale“ hat sich Daniel Craig als neuer Bond etabliert. Endlich mal nicht nur im Sinne von „anderer Darsteller“, sondern als grundlegend anderer Charakter: ruppiger, härter, kerniger. Fast wie ein Krawall-Redakteur mit Lizenz zum Töten.
Gerüchte, unsere Artikel könnten das ab und an auch (also töten), und zwar mit ihrer Langweiligkeit, können wir weder bestätigen noch dementieren. Was wir aber sagen können, ist: Beim Spiel ist das genauso. Und wir fangen jetzt mal mit dem Gemecker an: Sorry Freunde, aber das ist nicht Bond. Das ist Kanonier Vierbein – was übrigens kein Peniswitz ist, sondern ein Verweis auf den Film „08/15“, ihr Banausen.
Handbremse in der Pole-Position
Dabei stimmen die Voraussetzungen eigentlich bis auf den i-Punkt: Entwickler des Spiels ist Treyarch aus Santa Monica. Deren bislang exzellent wirkendes „Call of Duty: World at War“ durften wir schon vor kurzem freudig besingen. Ein zweites Team im gleichen Hause werkelt nun am Bond-Game „Quantum of Solace“, dass trotz seines Titels zur Hälfte ein „Casino Royale“-Spiel ist. Wie es sich für jedes neue Bond-Spiel gehört, fühlen sich die Entwickler natürlich dem Überspiel „Goldeneye“ von Rare aus dem Jahre 1997 verpflichtet.
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Halbe-halbe Das Spiel basiert inhaltlich noch zu einem Großteil auf dem 007-Streifen Casino Royale.
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Darüber hinaus arbeitet man auch noch direkt mit den Produzenten des neuen Films zusammen und hat sogar Daniel Craig probespielen lassen. Das Ergebnis sieht nach einem guten Spiel aus. Mehr nicht.
Das klingt jetzt erst mal ein wenig überkritisch. „Ein gutes Spiel – was will man mehr?!“, mag der eine oder andere denken. |
Aber angesichts der Lizenz, angesichts von Jahren voller EA-Stangenware im Bond-Bereich, angesichts der Tatsache, dass ein zehn Jahre alter Titel noch immer das Nonplusultra in Sachen Baller-Bond sein soll, und in Anbetracht von Treyarchs verdienstvoller Vorgeschichte ist das eine Enttäuschung
Wir haben nichts bemerkt!
Dabei geht es eigentlich gut los. So bewegt sich „Quantum of Solace“ weg vom überquellenden Genremix voller Schleichpassagen und immer absurderem Technikspielzeug, wie es bei EA vorherrschte. Stattdessen besinnt man sich eher auf gute Shooter-Qualitäten, was ja dem handfesteren Craig-Bond entspricht. Die Handlung des Spiels folgt der des Films auch nicht bis zur Olive im Martini, sondern lässt den Spieler sozusagen die ungesehenen Szenen des Streifens nachspielen. Das Konzept ist dabei ähnlich dem von „Enter the Matrix“: An der Stelle, wo im Film ein Schnitt einen kleinen oder großen Zeitsprung andeutet, füllt das Spiel diese Lücke mit neuer Handlung auf. Bei „Enter the Matrix“ war das recht clever gelöst, indem der Spieler in die Rolle zweier Figuren schlüpfte, die im Film nur in Nebenrollen auftauchen.
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Lizenz zum Ballern Wer auf ein Action-Adventure spekulierte, lag falsch: „Quantum of Solace“ legt den Fokus eindeutig auf Shooter-Action.
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In „Quantum of Solace“ geht es in die Hose. Der Spieler ist Bond. Und die Handlung von „Casino Royale“ lässt in den einzelnen Szenen wenig Spielraum für solche zusätzlichen Inhalte. Entsprechend unmöglich sind denn auch die neuen Elemente in die Story gequetscht worden. Beispiel: Im Film sehen wir, wie Bösewicht „Le Chiffre“ in einer Pause während des entscheidenden Pokerspiels gegen Bond von einem missgelaunten Gläubiger behelligt wird. Bond schleicht ihm hinterher und muss im Treppenhaus ein bis zwei Bodyguards des von Le Chiffre abgezockten Diktators beseitigen. Im Spiel hat besagter Diktator nun plötzlich eine kleine Armee von Söldnern dabei. Die hat, vom anscheinend beurlaubten Wachpersonal völlig unbemerkt, 50% des Casinos besetzt und liefert sich nun mit Bond Schusswechsel auf dem Niveau beginnender Kriegshandlungen. Dennoch gelingt es Bond natürlich, diese Horden auszuschalten und rechtzeitig wieder am Pokertisch zu sitzen, wo keiner was davon bemerkt hat, dass fünfzig Meter entfernt im Grunde alles unterhalb von Panzerverbänden aufgefahren und abgefeuert wurde – das Ganze natürlich in den gefühlten zehn Minuten, die angesichts der Filmhandlung für diese Episode zur Verfügung gestanden haben dürften. Absurd.
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