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GRAND THEFT AUTO IV

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er amerikanische Traum ist auch nicht mehr das, was er mal war. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten wird derzeit von einer Finanzkrise geplagt und wurde in den letzten Jahren von einem unfähigen Präsidenten fehlgeleitet. Das Streben nach Glück ist längst nicht mehr so leicht im Land der Freiheit. Deshalb taucht bereits seit Jahren immer häufiger die Kehrseite des „American Way of Life“ in den Medien auf. Das Paradebeispiel in virtuellen Gefilden stellt „GTA IV“ aus dem Hause Rockstar Games dar. Wobei der Titel dieses Thema und die Lebensart der Amerikaner nicht immer ganz ernst nimmt. Ein halbes Jahr nach dem Release des Titels für die Next-Gen-Konsolen dürfen Computerbesitzer nun auch für Chaos auf den Straßen von Liberty City sorgen

Die Story beginnt wie die typische Einwanderer-Geschichte: Kriegsveteran Niko Bellic, der osteuropäische Held des Spiels, gelangt mit einem Schiff nach Liberty City, einem satirisch verfremdeten New York. Im Hafen wartet bereits sein Cousin Roman auf ihn. Schnell muss Niko feststellen, dass sein Verwandter gar nicht so wohlhabend ist, wie er immer getan hat. Ihr landet in einer kakerlakenverseuchten Bruchbude und müsst kleine Botenjobs für Roman und seine Kumpels tätigen, Erpressungsgelder einkassieren, und so weiter. Bevor der Spieler sich versieht, steckt er bis zum Hals in einem Pfuhl aus Prostitution, Drogenhandel und Auftragsmorden. Außerdem hat Bellic, der Mann, dem sogar ein billiger Trainingsanzug steht, noch eine Rechnung mit einem ehemaligen Kameraden offen. Dieser soll sich angeblich irgendwo in Liberty City aufhalten. Es gibt also viel zu tun: Packen wir es an! Bevor es allerdings richtig losgeht, steht was an? Richtig: die Installation. Wenn die abgeschlossen ist und das Spiel startet, gibt es erst mal einen Dämpfer. Ihr müsst euch nämlich ein Windows-Live-ID-Konto einrichten, um den Spielverlauf überhaupt speichern und den Multiplayer nutzen zu können. Nix mit draufklatschen und los. Es mag ja sein, dass ein derartiges Konto einige Vorteile mit sich bringt, aber es dem Spieler derartig aufzuzwingen ist dann doch etwas dreist. Wer nach einer zehnstündigen Zocksession „GTA IV“ nicht noch mal von vorne anfangen will, muss diese Prozedur wohl oder übel über sich ergehen lassen. So, und dann kann es wirklich endlich losgehen.

Belebte Stadt
In „GTA IV“ erstrahlt Liberty City in neuem Glanz. Noch nie war die virtuelle Metropole so belebt und detailreich.

In den ersten Stunden wird der Spieler langsam, aber stetig an die leichtgängige Steuerung herangeführt. Die ersten Missionen sind nichts anderes als ein unterhaltsames und umfangreiches Tutorial, bei dem ihr beigebracht bekommt, wie man mit Karren durch die Gegend fährt, klettert, rennt, boxt und ballert – also alles, was ein waschechter Gangster eben so beherrschen muss. Und ihr lernt eine überlebenswichtige neue Fähigkeit kennen: das Deckung-Suchen. Im Gegensatz zu den Vorgängern könnt ihr euch nämlich bei „GTA IV“ hinter Kisten, Wänden, Autos, brennenden Mülltonnen und anderen Objekten vor Kugelhageln verstecken.

Vorbei sind die Zeiten, in denen man einen halben Block abklappern musste, um sich hinter der nächsten Ecke vor den bleiernen Liebesgrüßen der Feinde zu schützen. Außerdem sorgt das neue Deckungssystem für packendere Schießereien, denn es kommt zu deutlich längeren und intensiveren Schusswechseln. Schließlich gehen die Gegnerscharen auch in Deckung.

All die genannten Aktionen lassen sich entweder mit Tastatur oder mit Controller ausführen, wahlweise sogar mit beiden. Nein, ihr müsst nicht beide gleichzeitig bedienen, sondern könnt jederzeit fließend zwischen ihnen hin- und herwechseln. Sobald ihr eine Taste des Keyboards oder des Gamepads berührt, schaltet das Spiel automatisch auf diese Steuerung um. Uns persönlich gefiel beispielsweise das Autofahren mit dem Controller am besten.

Nichts als Ärger
Nikos Cousin Roman hat sich mit der armenischen Mafia angelegt. Ihr müsst ihn aus dem Schlammassel befreien.

Die Fahrzeuge lassen sich damit wesentlich direkter und schneller manövrieren. Zu Fuß bevorzugten wir die Kombination aus Maus und Tastatur. Vor allem weil sich mit der Maus die Gegner bei Schusswechseln wesentlich rasanter und genauer anvisieren lassen. Wer mit der Tastenbelegung unzufrieden ist, kann diese übrigens nach Belieben seinen eigenen Anforderungen entsprechend anpassen.

Sobald ihr die zahlreichen Tutorial-Missionen gemeistert habt, geht es ans Eingemachte. Je mehr Kriminelle Niko kennenlernt, desto mehr verstrickt er sich in einem Netz von Intrigen. Immer häufiger muss der Spieler sich entscheiden, auf welcher Seite er steht. Diese Entscheidungen haben eine enorme Auswirkung auf den Fortlauf der Handlung. Mehr als in allen „GTA“-Teilen zuvor bestimmt ihr, welchen Weg der Protagonist einschlägt. Dies zieht sich bis zur letzten Mission durch. Die einzelnen Aufgaben werden, ganz im Stil der „Grand Theft Auto“-Reihe, natürlich immer komplexer und aberwitziger. Später liefert ihr euch zum Beispiel eine rasante Hetzjagd mit einer Bikergang durch das U-Bahn-System von Liberty City, reißt einen Strip-Club im Auftrag des Ex-Knastis Dwayne Forges an euch, indem ihr dort wild ballernd Amok lauft, und raubt mit einer irischen Gang eine Bank aus.

Telefonterror
Wer eine Pause von derartigem Gangsterstress haben will, der kann sich natürlich auch anderweitig beschäftigen – zum Beispiel die Herzensdame zu einem romantischen Hot-Dog-Essen ausführen oder das Cabaret besuchen, mit Roman in den Strip-Club gehen, anschließend einen über den Durst trinken, Dart oder Bowling spielen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich in Liberty City zu vergnügen. Alles andere als vergnüglich sind die Verpflichtungen, die mit einem größeren Freundeskreis einhergehen; im späteren Teil des Spiels gehen euch die Kollegen nämlich gehörig auf die Nerven. Ständig rufen sie auf Nikos Handy an und wollen irgendetwas unternehmen. Der Telefonterror eines Zwölfjährigen, der gerade sein erstes Mobiltelefon geschenkt bekommen hat, ist nichts dagegen. Die Idee, dem Spieler ein soziales Netz aufzustülpen, ist zwar ein netter Ansatz, wird in „GTA IV“ allerdings überstrapaziert.

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