Meinung vom 10.11.2005
Freelancer
| Dabei seit: |
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06.11.2003 |
| Leserwertungen bisher: |
8 |
| Ø Qualität insgesamt: |
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5
Grafik:
Es ist ja nichts neues dass Amerikaner eine Farbpalette zwischen McDonalds und Disney, also unerträglich Quietsch und Knallbunt bevorzugen. (Ganz im Gegensatz zu ihrem politischem Schwarz/Weiß Denken). Wenn ihr euch das Universum auch als überdimensionales Bonbonglas, dabei Sternenfelder psychedelisch Discofarben vorstellt und euch Raumstationen im "Austin Powers" Stil anmachen dann fühlt Ihr euch hier pudelwohl. Schaut euch aber bitte niemals ein Hubble Weltraumbild (ungefärbt) an, ich will schließlich nicht für den Niedergang des Weltraumtourismusses verantwortlich gemacht werden.
9
Steuerung:
Dem Versprechen eine Simulation(!) einhändig spielen zu können um mit der zweiten Tatze lebenswichtigere Funktionen wie die Aufnahme fettiger Pizza in die dafür vorgesehene Futterluke konnte ich natürlich nicht widerstehen. Nach ersten Tests war ich dann doch enttäuscht. Freelancer hielt zwar was es Versprach aber einhändig Essen ist gar nicht so einfach. Immer wieder landete der Teigfladen auf dem geheiligten WASD Kreuz. Naja, eine moderne Art der Opfergabe.
Zum Spiel: zwischen den hässlichen Bebé-blauen Menüs verbirgt sich wirklich DIE (einzigste) Innovation des Spieles.
8
Sound:
Glaubt man Freelancer bleibt die Menschheit in gewissen Dingen in der Zukunft relativ rückständig. Und damit meine ich nicht fehlende Bordelle in den Großstädten (auch wenn die auf eine relativ trostlose Zukunt schließen lassen) sondern die Funksprüche. Während man nämlich mit seinem High-Tech Raumschiff mit Überlichtgeschwindigkeit und 252 gefühlten Waffensystemen sich seinen Weg durch Überdimensional gigantische Raumstationen macht während man seinen synthetischen Kaffee in holographischen Kaffeetassenhaltern warmstellt, knacken die Funksprüche wie Walkie-Talkies aus meiner Kindheit
7
Gameplay:
Stellt euch vor unsre Lieblingsnixe David Hasselhof landet, nachdem er einem Mafiosi zu unverschämt auf dessen Gesäß geschaut hat mit seinem wichtigsten Körperteil (den Haaren) im Betonbottisch. So in etwa schaut unser Held des Spieles aus der im Verlaufe der Handlung natürlich mal wieder (stocksteif und Emotionsarm, aber immerhin mit rudimentären Facial-Animations) ein Artefakt, von dem selbstredend mal wieder das Ende der Welt abhängt, jagt bzw. sicherstellt (Artefakte sind wohl heutzutage das was Münzen zu Snes Zeiten waren: Unabdingbar). Alles ordentlich präsentiert aber nicht mitreißend
Fazit:
Freelancer war über mehrere Jahre DER Hype in nahezu allen Printmedien die sich dem Thema Games verschrieben haben. Es brauchte aber etliche Millionen, einen erschreckend minderwertigen Kinofilm und viele Jahre Entwicklungszeit bis sich Microsoft besann um den Laed Designer Chris Roberts vor die Tür setzte (Er ist natürlich freiwillig gegangen.. ganz ohne Druck ;-) Um nicht vollends alles Geld ausm Fenster geworfen zu haben (die Zeit in der solch ein Vorgehen als Geschäftsstrategie deklariert wurde brach erst mit der X-box an) bastelte man aus den Fragmenten des Projektes schnell ein Spielchen zusammen. Und genau das ist Freelancer: Kaum eine der einstigen Visionen und Ideen (Freelancer sollte an ELITE anschließen und eigentlich das werden was X2 jetzt ist) ist noch vorhanden; was bleibt ist ein überschaubares aber spaßiges Actionspiel im Weltraum das mit ordentlich wenn auch nicht herausragender Story und einer wirklich gelungenen Steuerung zu gefallen weiß. Das Universum um den Handlungsstrang herum ist eigentlich nur Staffage und nervt durch ein viel zu simples Handelssystem, fehlenden Flottenkauf und immergleichen "Vernichte XX feindliche Raumschiffe" Aufträge.
Freelancer ist wie ein BWL-Student mit Handy am Ohr im roten BMW-Cabrio; Viel zu bunt und aufdringlich, mäßig intelligent, bieder konservativ und Innovationsarm, eine blendende Schale ohne Kern, aber mit gutem Handling :)
Wertung:
78