enn es dieser Tage einen Hersteller gibt, der das Prädikat „Innovationsschöpfer“ verdient hat, dann ist dies ohne Zweifel Nintendo. Sony und Microsoft haben uns Gamer jedenfalls nicht auf spielende Art und Weise Fremdsprachen gelehrt, Mathematik verklickert oder unser Gedächtnis entrostet. Mit dem jüngsten Produkt Wii Fit heißt’s nun: „Speck weg, Spaß ahoi“. Und siehe da: Selbst Couchpotatoes zeigen sich bisher begeistert.
Was Nintendo mit uns PClern zu tun hat? Rein gar nichts! Allerdings möchte Mode 7 Games dem japanischen Kult-Hersteller offenbar gerne nacheifern und die Steuerung auf PC revolutionieren. Keine Sorge, ihr dürft auch weiterhin auf euren Hockern kleben bleiben, denn der Garagenentwickler möchte sein neues Konzept ganz ohne neuartige Peripherie verwirklichen. Stattdessen sollen die üblichen Verdächtigen – Maus und Tastatur – für die Pläne herhalten. De facto soll sich das Schwert des Spielers den Mausbewegungen entsprechend verhalten. Als Resultat werden epische Duelle angepriesen.
Lachen kostet!
Die Idee von direkter Schwertführung per Maus klingt gar nicht einmal so verkehrt, sondern unverbraucht und vor allen Dingen bockschwer umzusetzen. Sorgen sind unbegründet, denn schließlich haben zwei geniale Köpfe an „Determinance“ gewerkelt, die mit ihrer langjährigen Erfahrung sowie Unmengen an veröffentlichten Spielen Dutzenden von professionellen Entwicklern einiges voraushaben – Achtung Ironie! Die Steuerung funktioniert aber tatsächlich. Trotzdem könnt ihr euch den Sekt sparen. Bei Mode 7 Games hat man sich schließlich auch den Aufwand gespart, eure Eingaben korrekt wiederzugeben. Ergo fühlt sich die Steuerung schwammig und träge an, weshalb ausnahmslos jede Attacke alles trifft, bloß nicht das anvisierte Feindgesindel. Auch sonst will nichts so richtig gelingen. Parieren beispielsweise verkommt zum Glücksspiel, und ungelenke Spezialattacken per Tastatur hat man spätestens nach dem zweiten Versuch satt.
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Über den Wolken ... ... finden ab sofort Schwertkämpfe statt. Doch glaubt uns: Auf der Erde ist es immer noch am schönsten.
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Immerhin gibt’s was zu lachen: Sobald ihr Hand ans Schwert legt und der Hampelmann auf dem Bildschirm mit seiner lächerlichen Choreographie loslegt, liegen alle Anwesenden am Boden und kugeln sich vor Vergnügen – so bei uns in der Redaktion geschehen! Ob so ein kurzer Lachanfall an die 20 Euro wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Da bisher alles so tadellos gelungen ist, hat sich das Duo von Mode 7 Games etwas Besonderes einfallen lassen: Schwertk(r)ämpfe über den Wolken. Die Auseinandersetzungen finden sogar ausschließlich über der Erde statt. Allerdings bleibt man selbst bei dünner Luft nicht von der Steuerungsmarotte des Spiels verschont: Nichts klappt, wie ihr es euch vorstellt. Ihr wollt in die gewünschte Richtung gleiten, einem Gegner eine verpassen oder punktgenau landen? Vergesst es!
Mehr nicht?
Kein Intro, kein Handbuch und selbst von einer Story keine Spur. Ins kalte Nass springen, lautet hier die Devise. |
Ergo findet ihr euch gleich zu Beginn des Spiels in einer weitflächigen Arena wieder, wo ihr bereits von eurem Rivalen erwartet werdet. Ziel ist es, dessen Lebensenergie-Balken auf Null zu dreschen. Zur Verfügung stehen euch dafür 40 Waffen, „darunter Schwerter, Äxte, Hämmer, Dolche und sogar ein Stab!“. So steht’s wortwörtlich in der offiziellen Produktbeschreibung – kein Kommentar!
Habt ihr euren Gegner erst einmal verprügelt, geht’s abrupt weiter zum nächsten Duell. So setzt sich der Arcade-Modus ewig fort, bis ihr schließlich im letzten Duell gegen einen übertrieben harten Gegenspieler antretet. Die KI eurer Gegenspieler reicht in aller Regel gerade einmal dafür, den Stahlprügel in eure Richtung zu führen.
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Das kostet! Nein, das hier ist kein neuer Freewaretitel. Für diese Optik werdet ihr tatsächlich zur Kasse gebeten.
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Von taktischen Manövern kaum eine Spur, und von Deckung hat man ohnehin noch nie etwas gehört. Stattdessen kämpft man lieber mit unfairen Tricks. Damit wäre der Arcade-Modus auch schon abgehakt. Die beiden übrigen Einzelspieler-Modi Bot-Deathmatch und Bot-Team-Deathmatch erklären sich von allein. Abwechslung ist hier Fehlanzeige!
Ein kleines Lob müssen wir den Entwicklern trotz aller Seitenhiebe dennoch aussprechen: Mit dem integrierten Bewegungseditor dürft ihr nicht nur eure eigenen Angriffe erstellen, sondern auch Kampf-Haltungen vorfertigen. Überdies können sich Modder über die Unterstützung der Entwickler freuen und bei der Gestaltung von Schwertern, Spielfiguren und anderen Spielelementen selbst Hand anlegen.
Au weia!
Heutzutage ein Spiel auf den Markt zu bringen, welches gerade einmal 175 MB auf die Waage bringt, ist gelinde gesagt ein Unding. Selbst Patches können da nur milde lächeln! Aufwändige Animationen, knackscharfe Texturen, Detailreichtum oder sonstige optische Finessen kann man also getrost vergessen. Schlimmer noch: Die Clipping-Fehler gehören zu den bösesten Schnitzern, die uns seit der Jahrtausendwende unter die Augen gekommen sind! Und selbst damals hätte „Determinance“ aufgrund detailarmer Charaktere, trister Umgebungen und Brechreiz-Animationen keine gute Figur abgegeben. Einzig und allein die Weitsicht konnte uns zusagen – und vielleicht noch das Desktop-Icon, mehr aber auch nicht. Im Gegenzug kommt euer System zu keiner Zeit auch nur ansatzweise ins Stocken.
Leider merkt man auch dem Sound nur allzu deutlich an, dass ein Garagenentwickler mit äußerst begrenzten finanziellen Mitteln am Werk war. So lassen sich vorhandene Sprachsamples an einer Hand abzählen. Auf deren Qualität wollen wir gar nicht erst eingehen. Sie hören sich aber immerhin noch wertiger an als die billigen Effekte, wenn Schwerter aufeinander treffen.
Alleine mies, online okay
Manchmal entfaltet ein Titel sein Potenzial erst im Mehrspieler-Modus. Leider bleibt „Determinance“ auch dies verwehrt. Dafür hapert es einfach an zu vielen Stellen, ganz besonders in Hinsicht auf Gameplay und Steuerung. Gelingt es einem jedoch, sich mit den unzähligen Mankos abzufinden, kann man durchaus die ein oder andere nette Online- oder Lan-Partie erleben. Vor allem aber stimmt nun endlich der Umfang. Sechs Modi – die einen mehr, die anderen weniger konventionell – warten darauf, von euch ausprobiert zu werden. Fleißige Online-Spieler freuen sich außerdem über zahlreiche Ranglisten und beinahe lag-freie Matches.
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