Meinung vom 03.11.2005
AquaNox 2: Revelation
| Dabei seit: |
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06.11.2003 |
| Leserwertungen bisher: |
8 |
| Ø Qualität insgesamt: |
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8
Grafik:
Als Farbe Braun hat man schon die Arschkarte im Farbspektrum gezogen (wortwörtlich :P). Hat nicht vor mehr als 50 Jahren ein nicht ganz unbekannter Österreicher seine kruden und haltlosen Phantasien mit eben jener Farbe zum Ausdruck gebracht? War es nicht die Farbe, die den "Negerkuss" zum Lieblingsschlagwort Anti-rassistischer Polemiker gemacht hat? Bei Aquanox 2 hingegen steht die Farbe Braun allerdings mal ausnahmsweise für verrostete, korrodierte Planken, umspült von Plankton, im blankem Chaos der Radioaktivität einer trostlosen Zukunft. Und das ist glänzend. Glänzend präsentiert!
10
Steuerung:
Fühlt sich an wie der Tester dieses Games: Von vorne bis hinten durchgestylt suggeriert die Einfache Oberfläche beste Umgänglichkeit, überrascht aber durch ausufernde Komplexität und "smoothes Handling". Dass der Tester genauso bombastisch klingt und auch noch wunderhübsch aussieht ist zwar vollkommen richtig, im Hinblick auf die Überschrift dieses Kastens aber leider irrelevant :)
10
Sound:
20.000 Meilen unter dem Meer sollte man von dem Geschwätz der Nachbarin in der Kneipe über ihren Ex, Exex und Exexex eigentlich verschont bleiben. Schließlich hat Wasser eine recht große Dichte. Das dem nicht so ist merkt man spätestens dann wenn unser Held William Drake, die Kaulquappe, von dem heißen Seepferdchen "May Ling" geritten werden soll. Und das sagt sie ihm sooo sexy dass ich meinte ein Zitteraal hätte mich zwischen den Lenden.... aber lassen wir das. Eins bleibt zu sagen: Aquanox R. hat die besten Sprachausgabe mit den gekonntesten Dialogen die jemals in einem Spiel anzutreffen war
7
Gameplay:
Vielleicht erinnert sich noch jamand an Schleichfahrt. Das war zu jener Zeit als man auf einen Pixel noch 5 Minuten zuschwimmen musste um zu erkennen ob nun eine Qualle, Arielle die Meerjungfrau oder ein Atomuboot mit Muschelbesatz auf einen zugleitet. Genau dieses Gefühl der Klaustrophobie, in der man jede Niete seiner Schüssel unter den gewaltigen Kräften des Wassers Ächzen zu hören meint, fängt Aquanox R.wunderbar ein.Auch an den Sichtverhältnissen hat sich kaum was geändert. Wieder ist die Suppe tristbraun. Nur wenns dann mal zu den spannenden Dockfights kommt ist Arielle schnell vergessen
Fazit:
Wenn der Menü-Designer von Massive das Layout vom KGN erstellt hätte; KRAWALL wäre leider nur vom Louvre aus erreichbar. Und bei den Menüs ist noch lange nicht Schluss: Die Portraits der Charaktere sind eine Augenweide, die Locations detailliert und die Sprachausgabe einfach fantastisch. Meinetwegen hätte man das eigentliche Spiel ruhig wegfallen lassen können, eine interaktive Soap-Opera im Postnuklearen Unterwasserambiente hätte mir vollkommen gereicht. Und so ist das eigentliche Spiel zwar gekonnt inszeniert und auch spannend aufgebaut fällt aber vom Göttlichen Rest dann doch negativ ab. Der recht hohe Schwierigkeitsgrad und einige Frustmomente vergällen einem das Öl der sonst so zarten Sardine. Und dass man "May Ling" statt aus ihren stylishen Klamotten aus ihrem Raumschiff schälen muss statt William als Fischfutter enden zu lassen... das habe ich bis zum heutigen Tage noch nicht ganz verkraftet. *schnüff* Bezeichnend wie emotional die Story einen mitnimmt obwohl im ganzen Spiel auf jegliche Rendersequenzen verzichtet wird. In diesem Bereich ist das Spiel wie ein Hörspiel zu einem fantastischem Buch: Fesselnd, aufwühlend und furchtbar einnehmend authentisch. Wer nach dem Konsum dieses Spieles seinen Wortschatz nicht um mindestens 50 Vokabeln erweitert hat, hat entweder eine eklatante Lernschwäche oder er ist für anspruchsvolle Spiele jenseits des Durchschnitts nicht geeignet. In diesem Fall einfach weiter EA-Games spielen ;-)
Wertung:
86